
Jürg Itten (1974) arbeitet als Komponist und Psychiatriepfleger. Er studierte auf privater Ebene Kontrabass (bei Giorgos Antoniou und Benjamin Fay), Musiktheorie (bei Beatrix Hauri, Chrigu Gerber und Jürg M. Rickli) sowie Nordindische Klassik (bei Peter Klatt). Seit 2011 bildet er sich beim Multi-Saiteninstrumentalisten Achim Budde weiter. Seine Werke führen die Hörerin / den Hörer durch die Reduktion des verwendeten Materials und Mittel der Repetition allmählich zum Kern der musikalischen Struktur heran. Jürg Itten arbeitet gerne mit Symmetrien, die transparent wirken, aber dennoch nicht ohne weiteres durchhörbar sind. Er untersucht verschiedene, oft durch rhythmische Ueberlagerungen beeinflusste Verwebungsstufen und setzt diese gezielt ein. Einen Mittelpunkt seiner Kompositionen bildet der Kontrabass, dessen klangliche Möglichkeiten er durch spezielle Techniken (z.B. Mehrklänge, die aus unter- und oberhalb der linken Hand gezupften Tönen zusammengesetzt sind) sowie Präparationen erweitert.
Jürg Ittens Werke sind beeinflusst von Minimal Music, Neuem Lyrismus, Nordindischer Klassik und zeitgenössischem Jazz. Ideen zur Klanggestaltung erhält er auch in der Auseinandersetzung mit atonaler Musik. Seit 2007 arbeitet Jürg Itten mit dem Klarinettisten, Komponisten und Produzenten Don Li zusammen und entwirft eine persönliche Interpretation des Konzeptes von tonus-music.